Ein Salatblatt auf weißem Teller

Untergewicht

Definition

Untergewicht liegt vor, wenn eine erwachsene Person einen BMI (Body Mass Index) von UNTER 18,5 hat (wer seinen BMI nicht weiß, kann ihn hier auf unserer Seite leicht berechnen lassen!).

Beim Untergewicht gibt es für diese Definition auch keine Ausnahmen, wer den entsprechenden BMI aufweist ist definitiv untergewichtig und hat damit ein höheres Risiko für einige Erkrankungen (siehe Punkt “Risiken”).

Bei Adipositas ist das zum Beispiel nicht immer zwingend der Fall: Adipositas ist durch einen BMI über 30 gekennzeichnet – Athleten mit sehr viel Muskelmasse können diesen BMI allerdings locker erreichen, obwohl sie sehr wenig Körperfett haben. Diese Menschen gelten dann auch nicht als adipös im herkömmlichen Sinne – denn der BMI ist für diese Personen gar nicht aussagekräftig.

Ursachen

Die Ursachen für Untergewicht können psychischer, physischer oder sozialer Natur sein:

Psychische Ursachen

Einige Essstörungen gehen mit Untergewicht einher, allen voran

  • Anorexia nervosa “Magersucht”
  • Bulimia nervosa “Ess-Brechsucht”

Physische Ursachen

  • chronische Erkrankungen des Magen- Darm-Trakts (zb Morbus Crohn)
  • “konsumierende” Erkrankungen (Krebs)
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • chronische entzündliche Erkrankungen (steigern den Grundumsatz)
  • v.a. bei älteren Menschen: Demenz (auch aufs Essen kann man vergessen)

Gesellschaftliche Ursachen

Vor allem in Entwicklungsländern sind manchmal große Teile der Bevölkerung untergewichtig, was hauptsächlich am nicht ausreichenden Nahrungsangebot liegt.

Risiken

Bei Untergewicht steigt das Risiko für bestimmte Erkrankungen. Im Regelfall ist die Hauptursache eine Mangelversorgung des Organismus mit notwendigen Makro- und/oder Mikronährstoffen. Daraus ergeben sich vor allem folgende Veränderungen:

Die durch die eingeschränkte Zufuhr von Kohlenhydraten entstehende Unterzuckerung führt zur Umstellung der Energieversorgung des Gehirns von Glukose auf Ketonkörper (siehe auch Bericht “ketogene Diäten“). Trotz dieser Umstellung kann es zu Mangelerscheinungen im Gehirn kommen, diese führen unter anderem zu depressiven Episoden, Aufmerksamkeitsstörungen und Gereiztheit. Der Insulinspiegel sinkt (Infos siehe Bericht Diabetes Mellitus).

Unser für Aufmerksamkeit, Stress und Fluchtverhalten zuständiges Nervensystem, der sog. Sympatikus, wird herunterreguliert (weil weniger Energie dafür zur Verfügung steht). Das führt zu langsamerem Puls und niedrigerem Blutdruck. Körpertemperatur und Grundumsatz sinken.

Vor allem bei Patienten mit Anorexia Nervosa besteht ein stark erhöhtes Risiko für Osteoporose und in Folge dessen eine hohe Frakturneigung. V.a. bei Frauen sinkt der Östrogenspiegel bei Untergewicht, was sich ebenfalls auf die Knochensubstanz auswirkt. Es kommt zu Regulationsstörungen im Gehirn, was sich bei Frauen zumeist in Libidoverlust und Zyklusstörungen (und dadurch oft Unfruchtbarkeit), bei Männern in Impotenz manifestieren kann.

Liegt neben der Unterernährung auch eine Mangelernährung vor (das ist in den allermeisten Fällen so, vor allem bei Sportlern) können weitere Zeichen wie Mundwinkelrhagaden, Hungerosteopathie (eine Knochenerkrankung), trockene Haut-, Muskel- und Organveränderungen ( z.B. “Herzmuskelatrophie“) auftreten.

Behandlungsmöglichkeiten

Wenn die Ursache eine physische ist, liegt die Behandlung des Untergewichts zumeist in der Behandlung des ursächlichen Problems. Zwischenzeitlich ist eine zusätzliche Ernährung, zum Beispiel über Magensonden, oder einer künstlichen Ernährung über venöse Zugänge möglich.

Liegt eine Essstörung vor, ist eine Psychotherapie anzuraten. Auch wir Trainer können auch hier oft behilflich sein (leider aber nicht immer):

Essstörungen liegt oft eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper zu Grunde. Diese Unzufriedenheit betrifft oft “nur” die Proportionen einzelner Körperteile zueinander. Manchmal versuchen Betroffene immer weiter abzunehmen, in der Annahme, dass zumindest jedes Skelett regelrecht proportioniert ist – das gewünschte Proportionsverhältnis also erreichbar wäre. Wir Trainer können genau solchen Menschen (zumeist Frauen) zeigen, was man alles tolles aus seinem Körper machen kann. Dass man nämlich besser dort, wo man “mehr ist” einfach nur ein wenig formt – aber dort wo man “weniger ist” ordentlich trainiert – bis eben die Verhältnisse den Vorstellungen entsprechen. Das geht natürlich nur mit Essen und Trainieren und keinesfalls mit Hungern (egal ob mit oder ohne Training).

Für alle Trainer und vor allem Trainerinnen möchte ich auch hier erneut aufrufen, MIT GUTEM BEISPIEL VORANZUGEHEN!!! Wir sollten unseren Klienten keine Schönheitsideale von Muskeln auf Knochen (und sonst gar nichts) als erstrebenswertes Äußeres vermitteln. Schön geformte Körper kann man mit normaler Ernährung, normalem Gewicht und grundsätzlichem Wohlbefinden erreichen. Ein Leben in Übertraining (siehe Artikel “Regeneration“), Dauerdiäten und ständigem (Heiß)-Hunger ist dafür NICHT notwendig, NICHT erstrebenswert und NICHT empfehlenswert!