Osteoporose

Begriff

ostoun: altgriechisch für “Knochen”

poros: altgriechisch für “Pore”

Erklärung

Osteoporose ist eine Erkrankung, die zum Abbau von Knochensubstanz und Knochenstruktur führt, diese werden dadurch porös und brüchig. Das Hauptproblem daran ist die stark erhöhte Neigung zu Knochenbrüchen, allen voran Oberschenkelhalsbrüche und Wirbelkörpereinbrüche, auch Becken und Arme sind häufiger betroffen.

osteoporosi 3

Bild: Auf obigem Bild wird die Entwicklung einer Osteoporose sichbar. Die Knochenstruktur (siehe Kreise) verliert an Dichte, die Betroffenen werden kleiner, der Rippen-Beckenabstand verringert sich, eine Hyperkyphose in der Brustwirbelsäule entwickelt sich.

Quelle: fotolia

Ursachen

In etwa ab dem 30. Lebensjahr baut der Mensch langsam wieder Knochenmasse ab. Dies ist normal (“physiologisch”) und nicht besorgniserregend, solgange dieser Abbau sich in Grenzen hält. Unser ganzes Leben lang haben wir Zellen in unserem Körper, die Knochen aufbauen und solche, die ihn wieder abbauen. Diese sollten sich immer in etwa die Waage halten. In jungen Jahren haben wir stets ein wenig mehr von den aufbauenden Zellen, dann etwas mehr von den abbauenden.

Aus verschiedensten Gründen kann dieses Gleichgewicht aber erheblich gestört sein und so der Abbau von Knochenmasse schneller und stärker erfolgen, als er für den Körper ohne Folgen tolerierbar wäre. Einige, häufige Ursachen dafür sind die folgenden:

  • Menopause: der Knochenstoffwechsel (v.a. Kalzium) ist auch an den Hormonhaushalt gekoppelt. In der Menopause der Frau kann die plötzliche Änderung der Spiegel der verschiedenen Hormone darum eine Unterversorgung des Knochens mit sich bringen – Ostoporose kann die Folge sein.
  • (hohes) Alter: wie erwähnt sinkt die Knochendichte physiologisch mit dem Alter, dies kann natürlich dann auch irgendwann zum Problem werden.
  • idiopatische (= Grund nicht bekannt) Osteoporose: auf dem Gebiet der Osteoporose wird extrem viel geforscht und praktisch täglich werden neue, wichtige Erkenntnisse zu Ursachen und Behandlung gewonnen. Trotzdem ist die genaue Ursache für viele Osteoporose-Fälle nach wie vor nicht geklärt.
  • eine Vielzahl an Medikamenten (allen voran Kortison)
  • Ernährung: Unterernährung, Anorexie, kalziumarme Ernährung, Mangelernährung (v.a. zu wenig Vitamin B12 und Folsäure). Wenn der Organismus Mineralstoffe (allen voran Kalzium) und auch Poly- und Multisaccharide (Teil der Knochenstruktur) benötigt und diese nicht über die Ernährung zur Verfügung gestellt bekommt, holt er sie aus seinem Speicher – den Knochen! Das nimmt den Knochen natürlich Stabilität – vor allem, wenn ein solcher ungünstiger Zustand über längere Zeiträume (Jahre) besteht.
  • Magen- Darmerkrankungen, vor allem weil sie zu den beim vorigen Punkt erklärten Problemen führen kann. Wenn die gegessenen Nährstoffe nicht aufgenommen und verarbeitet werden können, ist es praktisch so, als hätte man sie nicht gegessen.
  • Immobilität: wenn Bewegung, vor allem in Form von Zug- und Hebelkräften auf Knochen kommt, registriert einfach ausgedrückt der Organismus, dass er eben diese Knochen in Form von Nährstoffeinlagerungen stärken muss, um diesen Belastungen ohne Beschädigung (Bruch) standhalten zu können. Wenn nun jemand zb. krankheits- oder verletzungsbedingt, oder “nur” aufgrund des Lebensstils weitgehend immobil ist, ist die Notwendigkeit für starke Knochen nicht gegeben und Osteoporose kann leichter auftreten, schneller fortschreiten und somit auch viel rascher zu Knochenbrüchen (-> erneute Immobilität!) führen.
  • hormonelle Erkrankungen
  • genetische Erkrankungen
  • bösartige Erkrankungen (Krebs)

Verlauf

Anfangs ist eine Osteoporose asymptomatisch, bald jedoch treten – abgesehen von der Frakturneigung – einige typische Zeichen auf: oft von starken Schmerzen begleitet können Wirbel einbrechen oder ihre Form verändern, dir typische BWS-Hyperkyphose der Osteoporose tritt oft auf. Damit verbunden ist eine Annäherung von Rippen zu Becken und eine Verminderung der Körpergröße.

Die Knochenbrüche heilen bei Osteoporose nicht langsamer als bei gleichaltrigen ohne Osteoporose, dennoch sind aufgrund der Immobilität oft begleitende Erkrankungen (Lungenentzündung, Thrombosen, Lungenembolie) im Zuge der Bettlägrigkeit häufige Todesursachen vor allem im höheren Alter. Diese Umstände machen die Osteoporose auch zu einer vor allem in der westlichen Welt volkswirtschaftlich sehr teuren Erkrankung (was wiederum das hohe Forschungsinteresse erklärt).

Behandlung

Es gibt eine Vielzahl an Medikamenten, die auf den verschiedensten Wegen zum Ziel haben, den Knochenabbau zu verzögern und den Knochenaufbau zu beschleunigen. Zwei mindestens ebenso wichtige Pfeiler der Osteoporosebehandlung und auch -prävention sind allerdings wieder von uns Trainern unterstützbar:

Bewegung

Workouts mit kurzen Regenerationsphasen im Kraft- oder Kraftausdauerbereich. Reines Ausdauertraining ist nicht so wirksam, aber Studien zufolge dennoch bei weitem besser, als gar nichts zu tun.

Ernährung

Wie oben schon angemerkt ist eine ausgewogene Ernährung essentiell zur Behandlung und Prävention einer Osteoporose (das ganze Leben lang!). Hier ist vor allem wichtig, kalziumreich zu essen (Milchprodukte, Brokkoli uvm). Des weiteren ist Vitamin D (wir benötigen es, um das Kalzium in den Knochen zu bekommen) wichtig, es kann über die Ernährung oder auch als Substitution (Vitaminpräparat zum Einnehmen) zugeführt werden. Außerdem wirkt direktes Sonnenlicht (ca. 30 Minuten pro Tag) förderlich für die Produktion von Vitamin D. Es gibt auch Theorien über die zusätzliche Einnahme von Vitamin K, diese konnten allerdings noch nicht durch entsprechende Studien erhärtet werden.

Wichtig zu beachten ist jedenfalls: die Vitamine A, D, E und K (allesamt fettlösliche Vitamine) können bei zu hoher Dosierung (nicht durch die normale Ernährung, aber durch Substitution erreichbar) negative Folgen auf die Gesundheit haben! Darum sollte man bei der Einnahme unbedingt auf eine genaue Dosirung achten und im Zweifelsfall den Arzt fragen!

Prophylaxe

Vorbeugend für weitere Knochenbrüche ist es zielführend, mit betroffenen oder gefährdeten Personen Gleichgewichtsübungen zu machen (schonend!!!!!) und auch durch gezielte Übungen die Gangsicherheit zu erhöhen. Des weiteren gibt es Hüftprotektoren, die bei Stürzen manchmal vor Schenkelhals- und Beckenbrüchen schützen können.

WIEDER EINMAL SIND ALSO WIR TRAINER GEFRAGT – denn Trainer können hier einiges bewirken! Die Osteoporose ist zwar nicht heilbar, die gute und zielgerichtete Betreuung von Betroffenen durch uns Trainer kann deren Lebenserwartung und Lebensqualität aber markant verbessern!

Außerdem möchte ich an dieser Stelle erneut dazu aufrufen – vor allem in Bezug auf die richtige Ernährung – als Trainer mit gutem Beispiel voranzugehen!!!