Close up of three obesely fat men on the beach showing their unhealthy bellies

Adipositas – Die Fettsucht

Begriff

adeps: lat. “Fett”

BMI – Body Mass Index

Der Body Mass Index, kurz BMI, ist ein aus Körpergewicht und Körpergröße berechneter Wert, der gewisse Rückschlüsse auf die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen zulässt, außerdem oft als Kennzahl zur Diagnose von gewissen Erkrankungen oder Syndromen benötigt wird.

Berechnung: GEWICHT (in kg) dividiert durch QUADRIERTE KÖRPERGRÖßE (in m)

Wenn also jemand mit 1,70 m 65 kg wiegt, hat er/sie einen BMI von ca. 22,5, ist also normalgewichtig (siehe nachfolgende Auflistung). Der errechnete BMI kann wie folgt interpretiert werden:

  • BMI unter 18,5: Untergewicht
  • BMI zwischen 18,5 und 25: Normalgewicht
  • BMI zwischen 25 und 30: Übergewicht
  • BMI ab 30: Adipositas

Personen mit Normalgewicht haben STATISTISCH die höchste Lebenserwartung (was natürlich überhaupt nicht auf den Einzelfall zutreffen muss!).

Der BMI kann nur für Erwachsene mit einer durchschnittlichen Verteilung von Körperfett und Muskulatur Anwendung finden. Für Kraftsportler mit hoher Muskelmasse ist er NICHT aussagekräftig (Arnold Schwarzenegger wäre nach BMI zu Wettkampfzeiten schwerst adipös gewesen), auf Ausdauersportler kann er recht zuverlässig angewandt werden.

Ursachen

Die Ursachen für Adipositas sind fast immer vielfältig. Es gibt klar aussagekräftige Studien zur Prägung bereits im Mutterleib: wenn sich eine Frau in der Schwangerschaft ungünstig ernährt oder (nicht oder schlecht behandelten) Schwangerschaftsdiabetes hat, hat ihr Kind beispielsweise ein höheres Risiko, später an Adipositas zu erkranken.

Weitere Meilensteine werden in der Kindheit gelegt. Das ist die Zeit, in der Menschen effektiv Muskel- und Fettzellen entwickeln. Im Erwachsenenalter können diese großteils wachsen und schrumpfen, die Neubildung beider ist (je nach Lehrmeinung) nur sehr schwer oder gar nicht möglich. Wenn wir also unsere Kinder gesund ernähren (Ernährungspyramide beachten!) und dafür sorgen, dass sie mehrmals wöchentlich Bewegung bzw. Sport machen, ist ihr Risiko, irgendwann in ihrem Leben an Adipositas zu erkranken bei weitem geringer.

Und natürlich sollten wir diese Lebensweise auch im Erwachsenenalter beibehalten. 3 Mal wöchentlich Bewegung und eine ausgewogene Ernährung (ohne Spezialdiäten, Geheimtipps u.ä. – egal was sie versprechen!!!) sollte es uns ermöglichen, unser Leben in einem BMI-Bereich zwischen 20 und 25 (das kann natürlich schwanken) zu verbringen. Natürlich sieht kaum jemand aus wie Supermodels, die beliebtesten Schauspieler oder die (in der Regel grafisch nachbearbeiteten) Models auf Plakaten. Wir sollten danach auch nicht streben, denn in Abhängigkeit vom jeweiligen Körpertyp ist das normalerweise gar nicht möglich. Mit dem richtigen Training und gesunder Ernährung ist aber die Chance hoch, ohne Mühen in einem BMI-Bereich zu leben, der statistisch mit einem langen und relativ gesunden Leben verbunden ist (Ausnahmen bestätigen leider die Regel).

Wenn aus den verschiedensten psychischen und auch physischen Gründen immer öfter ohne Hunger oder anderen Grund mehr Nahrung aufgenommen, als verbraucht wird, steigt das Körpergewicht unweigerlich. Aus Urzeiten (wo nicht immer ausreichend Essen verfügbar war) sind wir darauf programmiert, leicht Vorräte in Form von Fett zu speichern – für schlechte Zeiten sozusagen. Der Urmensch ist zudem jeden Tag sehr weite Strecken  (manche Studien sprechen von durchschnittlich 30 bis 40 km pro Tag!) gelaufen/gegangen – ohne diese ausgeklügelten Speicherfunktionen wäre er wohl (evolutionär) nicht besonders weit gekommen. Doch die sprichwörtlichen schlechten Zeiten, für die wir genetisch von unseren Vorfahren gerüstet wurden, kommen in unserer industrialisierten Welt nicht mehr – und so ist Erkrankungen wie Adipositas Tür und Tor geöffnet.

Risiken

Das Risiko, an einer Vielzahl gefährlicher Erkrankungen zu erkranken bzw. versterben ist für Menschen mit Adipositas besonders hoch. Die häufigsten sind:

  • Herz-Kreislauferkrankungen (hier ist auch die Fettverteilung entscheidend – Bauchfett ist besonders ungünstig!)
  • viele bösartige Erkrankungen (Darmkrebs, Brustkrebs, …)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Gelenksbeschwerden, häufige Rückenschmerzen,…
  • einige gynäkologische Erkrankungen (Endometriose, Polycystisches Ovar-Syndrom,…) und Schwangerschaftskomplikationen (der optimale BMI vor Beginn einer Schwangerschaft liegt bei ca. 26!)
  • Erkrankungen des Verdauungssystems
  • Stoffwechselerkrankungen, allen voran Diabetes Mellitus Typ 2
  • Psychische Erkrankungen
  • uvm

Therapie

Von den üblichen “Crash-Diäten” ist abzuraten, der einzige effektive Therapieansatz liegt in der Gewichtsreduktion durch DAUERHAFTE Erschaffung einer sog. negativen Energiebilanz, d.h. Betroffene müssen durch ein bewegteres Leben bei sinnvollerer Nahrungsaufnahme (bei eher geringfügigen Veränderungen der Quantität sollte die Qualität der Nahrung verändert werden) einfach mehr Energie verbrennen, als sie zuführen. Nur so können langfristig Erfolge erzielt werden.

Und somit liegt wieder auf der Hand: WIR TRAINER SIND GEFRAGT!!!

Unabhängig vom Erfolg der oben beschriebenen Lebensstiländerung sollten manifeste medizinische Probleme ärztlich – im Bedarfsfall auch medikamentös behandelt werden.

 

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